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Beantragung eines Schwerbehindertenausweises

Der Schwerbehindertenausweis wird beim zuständigen Versorgungsamt beantragt und belegt eine Behinderung, die in allen Lebensbereichen dauerhaft zu Funktionsbeeinträchtigungen führt, wozu auch die geistigen Einschränkungen von demenziell Erkrankten gehören. Ein Schwerbehindertenausweis kann also auch für Menschen ausgestellt werden, die neben ihrer Demenz ansonsten körperlich gesund sind.

Der Vorteil eines solchen Ausweises ist, dass er zu bestimmten Vergünstigungen als Nachteilsausgleich führen kann. Hierzu können u.a. Steuervergünstigungen gehören, z.B. in Form von Pauschalfreibeträgen bei der Lohn- und Einkommenssteuererklärung, Ermäßigung/Befreiung von der KFZ-Steuer oder Absetzbarkeit von Mehraufwendungen z.B. in Fällen von Krankheit, Kur, Beschäftigung einer Haushaltshilfe etc.

Weitere Nachteilsausgleiche sind abhängig von den Merkmalen, die durch das Versorgungsamt in den Ausweis eingetragen wurden.

Die Bedeutung der wichtigsten Merkmale und mögliche Nachteilsausgleiche:

  • H: Hilfe bei täglich wiederkehrenden Verrichtungen (z.B. An/Auskleiden, Körperpflege, Ernährung, Mobilität) wird in größerem Umfang (Übernahme, Anleitung oder Aufsicht) benötigt.
    Nachteilsausgleich: kostenlose Wertmarke für die Teilnahme am öffentlichen Personenverkehr und Befreiung von der Kfz-Steuer
  • G: Das Gehvermögen ist, z.B. durch Störungen in der Orientierungsfähigkeit, erheblich beeinträchtigt, so dass Wegstrecken nicht ohne Gefahren für sich selbst oder andere zurückgelegt werden können.
    Nachteilsausgleich: Öffentliche Verkehrsmittel können vergünstigt genutzt werden. Halter von Kraftfahrzeugen können stattdessen eine Minderung der Kfz-Steuer beantragen. Bei Gewährung von Sozialhilfe kann ein Mehrbedarf geltend gemacht werden.
  • aG: Eine außergewöhnliche Gehbehinderung liegt vor, wenn man sich wegen der Schwere des Leidens dauernd nur mit fremder Hilfe oder nur mit großer Anstrengung außerhalb eines KFZ fortbewegen kann. Grundlage dafür ist eine körperliche Behinderung; auch schwerste Orientierungsstörungen reichen als Grundlage nicht aus.
    Nachteilsausgleich: Wie bei Merkzeichen G. Zusätzlich können Genehmigungen zur Nutzung von Behindertenparkplätzen bei der Straßenverkehrsbehörde beantragt werden. Zusätzlich kann ein eigener Behindertenparkplatz in der Nähe der Wohnung beantragt werden.
  • B: Begleitung bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ist nötig. Dies ist z.B. bei Orientierungsstörungen der Fall.
    Nachteilsausgleich: Selbst wenn der Ausweisinhaber seine Fahrt bezahlen muss, darf er unentgeltlich eine Begleitperson im öffentlichen Personenverkehr mitnehmen.
  • Bl: Blindheit oder hochgradige Sehbehinderung.
    Nachteilsausgleich: Befreiung von der Kfz-Steuer und Parkerleichterung. Der Ausweisinhaber erhält eine kostenlose Wertmarke für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Zudem bestehen Ansprüche nach dem Landespflegegeldgesetz.
  • Gl: Gehörlosigkeit liegt vor, wenn eine Person auf beiden Ohren taub ist, sowie bei an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit, sofern gleichzeitig auch Sprachstörungen bestehen.
  • Nachteilsausgleich: Vergünstige Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Ansprüche nach dem Landespflegegeldgesetz.
  • RF: Rundfunk- und Fernsehgebührenbefreiung für Personen, die ständig nicht in der Lage sind, an öffentlichen Veranstaltungen jeder Art teilzunehmen. Dies ist z.B. der Fall, wenn ein demenziell Erkrankter die Veranstaltungen durch Unruhe, lautes Dazwischenreden oder Aggressivität stört.Nachteilsausgleich: Die Befreiung der Gebühren kann bei der GEZ beantragt werden.

Weitere Bereiche für die ein Schwerbehindertenausweis wichtig sein kann:

  • Anerkennung als „chronisch Kranker“ oder Genehmigung von Fahrten zu ambulanten Behandlungen durch die jeweilige Krankenkasse.
  • Einkommensgrenzen bei Wohnbauförderungen und Erteilung eines Wohnberechtigungsscheins.

Der Antrag auf Anerkennung einer Schwerbehinderung wird bei der Stadtverwaltung bzw. den dortigen Sprechstunden des Versorgungsamtes gestellt oder direkt per Post an das zuständige Versorgungsamt geschickt.

Liegt bereits ein Ausweis vor, die Behinderung hat sich aber verschlimmert oder es ist eine Weitere hinzugekommen, so kann ein Antrag auf Neufeststellung gestellt werden.

Der Antragsstellung kann eine ärztliche Untersuchung folgen, in vielen Fällen erfolgt die Entscheidung jedoch auf Basis von Unterlagen der behandelnden Ärzte, der Krankenhäuser oder der jeweiligen Krankenkasse.

Wir stehen Ihnen bei allen weitergehenden Fragen gern zur Verfügung und beraten Sie kostenlos und trägerneutral, auf Wunsch auch bei Ihnen zu Hause!

Für Beratungsgespräche bitten wir um eine vorherige Terminabsprache, damit wir uns für Ihr Anliegen Zeit nehmen können.




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