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Pflegeberatung Niedersachsen

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Wer ist pflegebedürftig?

Pflegebedürftig, im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes, sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen.

Zu den „gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen“ im Sinne der Pflegeversicherung zählen die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung.

Die Grundpflege beinhaltet:

  • Die Körperpflege: das Waschen, Duschen, Baden, die Zahnpflege, das Kämmen, Rasieren, die Darm- und Blasenentleerung
     
  • Die Ernährung: das mundgerechte Zubereiten der Mahlzeiten und Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
  • Die Mobilität: das selbständige Aufstehen, Zubettgehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen oder Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung

Die hauswirtschaftliche Versorgung umfasst: das Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung.

Die Pflegestufen:

  • Pflegestufe I: „erhebliche Pflegebedürftigkeit“
    Der tägliche Zeitaufwand muss mindestens eineinhalb Stunden (90 Minuten) betragen, wobei die Grundpflege (Körperpflege, Ernähung und Mobilität) mindestens 45 Minuten umfassen muss.

  • Pflegestufe II: „Schwerpflegebedürftigkeit“
    Der tägliche Zeitaufwand muss mindestens drei Stunden (180 Minuten) betragen, wobei die Grundpflege (Körperpflege, Ernähung und Mobilität) mindestens zwei Stunden umfassen muss.

  • Pflegestufe III: „Schwerstpflegebedürftigkeit“
    Der tägliche Zeitaufwand muss mindestens fünf Stunden (300 Minuten) betragen, wobei die Grundpflege (Körperpflege, Ernähung und Mobilität) mindestens vier Stunden umfassen muss.

Antragstellung:

Der Antrag auf Pflegeleistungen kann bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden. Bitten Sie dabei Ihre Pflegekasse, Ihnen die Antragsformulare zu senden. Bereits mit Ihrem Anruf gilt der Antrag als gestellt.

Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK):

Der nächste Schritt nach der Antragsstellung ist die Begutachtung durch den MDK in der eigenen Häuslichkeit.

Die Gutachter des MDK sind meist Pflegefachkräfte oder pflegeerfahrene Ärzte. Der zuständige Gutachter meldet sich bei dem Antragsteller schriftlich an.

Er soll beurteilen, wie viel Zeit für die tägliche Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung von der Pflegeperson erbracht wird.

Um diesen täglichen Pflegeaufwand möglichst genau nachweisen zu können, ist es ratsam, sich auf diesen Besuch gut vorzubereiten. Besonders sinnvoll ist es, ein Pflegetagebuch zu führen, in dem Sie schriftlich auflisten, welche pflegerischen Maßnahmen in welchem Umfang erbracht werden (genauer Minutenzeitwert).

Legen Sie am Tag der Begutachtung alle erforderlichen Nachweise bereit: ärztliche Atteste, gegebenenfalls einen Schwerbehindertenausweis, das Pflegetagebuch etc. Teilen Sie dem Gutachter den Bedarf an Hilfsmitteln und Wohnumfeldverbesserungen mit!

Der Pflegebedürftige kann zur Begutachtung eine Person seines Vertrauens hinzuziehen, z.B. einen Angehörigen.

Auf Wunsch unterstützt Sie gerne Ihre Pflege- und Wohnberaterin bei den Vorbereitungen sowie am Tage der Begutachtung.

Pflegekassenbescheid über die Einstufung:

In Form eines schriftlichen Bescheids teilt Ihnen die Pflegekasse das Ergebnis der Begutachtung mit, d.h. ob und in welcher Höhe Pflegeleistungen gewährt werden. Falls Leistungen bewilligt werden, erstattet die Pflegekasse rückwirkend bis zum Datum der Antragstellung entstandene Kosten für die Pflege.

Falls Sie mit der Entscheidung der Pflegekasse nicht einverstanden sind, können Sie gegen den Bescheid innerhalb von vier Wochen Widerspruch erheben.

Leistungen der Pflegekasse:

Wird eine Pflegestufe anerkannt, eröffnet dies zahlreiche Leistungsansprüche über die Sie sich bei Ihrer Pflegekasse oder bei uns beraten lassen können.

Die Leistungen im Überblick:

Pflegegeld: Mit diesem Betrag stellen Sie die häusliche Pflege sicher.

 

Pflegestufe

Juli 2008

Jan. 2010

Jan. 2012

Stufe I

215

225

235

Stufe II

420

430

440

Stufe III

675

685

700

 

Sachleistung: Sie erhalten Sachleistungen, wenn die Pflegeleistungen bei Ihnen zuhause von einem ambulanten Pflegedienst erbracht werden.

 

Pflegestufe

Juli 2008

Jan. 2010

Jan. 2012

Stufe I

420

440

450

Stufe II

980

1.040

1.100

Stufe III

1.470

1.510

1.550

 

Kombinationsleistung: Wenn Sie die Sachleistung nicht in voller Höhe in Anspruch nehmen, erhalten Sie den restlichen Betrag prozentual als Pflegegeld.

 

Stationäre Sachleistungsbeträge:

 

Pflegestufe

Juli 2008

Jan. 2010

Jan. 2012

Stufe I

1.023

1.023

1.023

Stufe II

1.279

1.279

1.279

Stufe III

1.470

1.510

1.550

Stufe III Härtefall

1.750

1.825

1.918

 

Weitere Leistungen: Kurzzeit-, Verhinderungs- und Tagespflege, Hilfsmittel und Zuschüsse zu Wohnumfeldverbesserungen, zusätzliche Betreuungsleistungen sowie Rentenbeitragszahlungen und Unfallversicherung für pflegende Personen.

 

Was können Sie tun, wenn die Leistungen nicht ausreichen?

Kommen Sie mit den Leistungen der Pflegeversicherung nicht aus oder haben Sie keinen Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung? Informieren Sie sich beim zuständigen Sozialamt, ob Sie Anspruch auf Hilfe zur Pflege, zur Weiterführung des Haushalts oder auf eine Putzhilfe nach SGB XII haben!

 

Wir stehen Ihnen bei allen weitergehenden Fragen gern zur Verfügung und beraten Sie kostenlos und trägerneutral, auf Wunsch auch bei Ihnen zu Hause!

Für Beratungsgespräche bitten wir um eine vorherige Terminabsprache, damit wir uns für Ihr Anliegen Zeit nehmen können.

 




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